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20.06.2018

Trotz Ignoranz bei der Medienenquete der Bundesregierung: Nichtkommerzieller Mediensektor ist weiter bitter nötig!

Die lange erwartete Medienenquete der Bundesregierung ist vorbei. Was bleibt, ist Kritik. Nichtkommerzielle Medien wurden praktisch nicht berücksichtigt. Für deren Bedeutung wurde während des „medienpolitischen Pfingstens“ mit Konferenzen und Diskussionen von Innsbruck bis Wien versucht, Aufmerksamkeit zu erregen.
Zeichnung einer konzentrierten Radiohörerin neben einem Radioapparat

Ein kritisches Resümee der Medienenquete der Bundesregeriung am 7. und 8. Juni zog dieser Tage die Geschäftsführerin von Radio ORANGE 94.0, Ulli Weish: Der nicht-kommerzielle Mediensektor sei bei der Medienquete völlig verbannt worden, obwohl dort mehr als 3000 Sendungsmacher*innen 400 Programmstunden täglich produzieren. Das sei kein Geschäftsmodell, sondern eine demokratiepolitische Notwendigkeit, die eine derart stark konzentrierte Medienlandschaft wie die österreichische bitter nötig habe, erklärte Ulli Weish.
Resümee von Ulli Weish auf Facebook

Für den Vorabend der Medienenquete der Bundesregierung, am 6. 6. um 6 Uhr abends, lud eine Allianz von Organisationen und Einzelpersonen zu einer, wie sie es nannte, „besseren, öffentlichen Medienenquete“ am Karlsplatz ein. Gefordert wurde unter anderem, dass der ORF nicht zerschlagen werden dürfe, aber auch eine bessere Absicherung des nichtkommerziellen Rundfunksektors. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 500 Personen anwesend. Letztendlich gab es fast vier Stunden lang nur Lobreden auf den ORF, differenzierte Statements wie von Rektorin Eva Blimlinger oder von Wiltrud Hackl von der oberösterreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik gab es nur wenige. Mit Barbara Eppensteiner von Okto und Helga Schwarzwald vom Verband freier Radios Österreich durften auch nichtkommerzielles freies Radios und Community-Fernsehen kurz zu Wort kommen.
Kurzbericht/Ausschnitt aus der „WiderstandsChronologie“ auf Radio Orange
(Quelle)


Differenzierter haben sich freie Radios, Communityfernsehstationen und medienpolitisch aktive Gruppen mit der Thematik beschäftigt. Im Rahmen eines „medienpolitischen Pfingstens“ <https://mediana.at/medienpolitische-pfingsten/> versuchten sie rechtzeitig vor der Medienenquette der Bundesregierung Aufmerksamkeit für die demokratische Bedeutung der Community Medien zu erzeugen. In Linz fand dazu am 19. Mai zum zweiten Mal die „Mediana“-Konferenz zu Medien, Kultur und Demokratie, statt. Die verschiedenen Vorträge und Diskussionen wurden von dorf.tv übertragen und aufgezeichnet und können hier angeschaut werden:
https://dorftv.at/channel/mediana

 

In Wien veranstaltete Radio Orange 94.0 eine Konferenz über Community-Medien in Europa. An einer Podiumsdiskussion nahmen Alexander Wrabetz (ORF), Corinna Drumm (Verband Österreichischer Privatsender), Michael Ogris (KommAustria) und Helga Schwarzwald (Verband Freier Radios Österreich) teil.
Zusammenfassung bei Okto