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Dolce & Afghaner

 

 

Projektbeschreibung

Die Vorbereitung der Entwicklung des Wiener Performance-Labels „Dolce & Afghaner“ für politisch-ästhetische Interventionen durch Djana Covic und Fahim Amir begann im Juni/Juli 2008 mit dem österreichisch-britischen Projektpartner ambientTV.net in London. Dies umfasste zwei Performances und die Präsentation ästhetischer Artefakte als Teil eine künstlerische Forschungs- und Produktionspraxis zu Gentrifizierung, Migration und der Veränderung künstlerischer Subjektivitäten im Londoner East End.
Die sich im Herbst 2009 entfaltende Bildungsprotestbewegung ermöglichte Covic und Amir, ihre künstlerische Praxis innerhalb selbstorganisierter und institutioneller Kontexte in Bezug zu dieser von Österreich ausgehenden internationalen Bewegung zu stellen. Im Sinne einer enduring performance waren Dolce & Afghaner mit spezifischen ästhetisch-politischen Interventionen bei allen größeren Demonstrationen und Kundgebung der Protestbewegung im Herbst/Winter 2009 präsent.
Die Solidaritätsdemonstration mit den deutschen Bildungsstreik am 17. November mit über 2000 TeilnehmerInnen wurde von Dolce & Afghaner zentral mitorganisiert, die Veranstaltungsdramaturgie zur Gänze entwickelt und umgesetzt. Dem starken deutschen und anglophonen Schwerpunkt der Bewegung setzten Dolce & Afghaner einen eigenen inhaltlichen Block zu kroatischen Unibesetzungen des Vorjahres entgegen;
ein „Besetzungskochbuch“ kroatischer AktivistInnen wurde übersetzt. Ein weiterer internationaler Projektpartner war Kampnagel Hamburg: Während einer residency im Dezember 2009 wurde der Kontakt zu den KünstlerInnen und AktivistInnen, die das Gängeviertel besetzt hatten, intensiviert sowie Vernetzung und Austausch zwischen Wiener AktivistInnen und denen von „Frappant“ und „Not in our Name“ im Rahmen öffentlicher und informeller Diskussionen betrieben.
So konnten auch Hamburger KünstlerInnen und KulturproduzentInnen wie Melissa Logan und Nadine Jessen sowie Kollektive wie Fidel Bastro und Deichkind als Kooperationspartner gewonnen werden. Der Austausch mit deutschen KünstlerInnen im Dezember 2009 sowie mit britischen KünstlerInnen im Sommer 2008 führte im Jänner 2010 zu deutschen und britischen Beteiligungen an der abendfüllenden Performance "Hating in different contexts!" von Dolce & Afghaner im Wiener WUK. Dieser Austausch wird im Rahmen einer Hamburg-Wien-Koproduktion im Mai 2010 fortgesetzt. 


Selbstdarstellung

Djana Covic & Fahim Amir betreiben seit 2007 mit österreichschen und internationalen KollaborateurInnen die Performance-Bar SCHNAPSLOCH als selbstorganisierte kulturelle Off-Space.
Aus den Bereichen Bildender Kunst (Covic) und Theorieproduktion (Amir) kommend, arbeitet das Duo medienunabhängig: in der Bildenden Kunst entstandene Praxisformen sind für sie ebenso wichtige Bezugsfelder wie Populär- und Alltagskultur.
Ihrer künstlerischen und kulturellen Praxis liegt ein Verständis zugrunde, das gebauten Theater- wie auch Ausstellungs-Raum als Knoten eines weiteren Netzes von sozialen und politischen Räumen in den Blick nimmt um sie neu zu verbinden. Dabei stehen kontinuierlich Fragen von kritischem Urbanismus, Veränderungen der Arbeitswelt, Creative Industries und künstlerischer / kultureller Selbstorganisation sowie die Situiertheit von Subjektivitäten und Handlungsmöglichkeiten im Zentrum des Interesses von Covic und Amir.
Im Kontext der Bildungsproteste entstand im Herbst 2009 das Projekt Dolce & Afghaner, das sich dem Thema Aufstand und Aufstandsbekämpfung mittels einer interventionistischen Neuzusammensetzung politischer und künstlerischer Praxisformen in unterschiedlichen Formen von Öffentlichkeit widmet.