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Symposium "Freie Szene - Orte schaffen"

Wiens vielfältige Kulturszene braucht Räume, Infrastrukturen und Arbeitsmöglichkeiten. Unter dem Titel "Freie Szene - Orte schaffen" findet am 3. und 4. September ein internationales Symposium in Zusammenarbeit der IG Kultur Wien, dem Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria, mitderstadtreden - Initiative der freien Musikszene Wien, der IG Bildende Kunst und der IG Freie Theater statt. 

Am Donnerstag 3. September finden dazu Workshops, Austauschformate und Diskussionen mit Vertreter*innen der Szene statt.

Am Freitag am 4. September werden lokale und internationale Best-Practice-Beispiele und Denkansätze für zeitgemäße Strukturen einer kunst- und kulturfördernden Stadt vorgestellt.

Semperdepot - Prospekthof & Mehrzwecksaal, Lehargasse 8, 1060 Wien
Der Eintritt ist frei. Anmeldung erforderlich → bit.ly/32e9j5r
Stream am 4.9. via echoraeume.klingt.org


Donnerstag 3. September - Tag der freien Szene - Selbstorganisation und Selbstverwaltung

15:00 Ankunft
Ort: Mehrzwecksaal, Akademie der Bildenden Künste / Semperdepot

15:30 Input - Akteurskarte “Wem nützt Zwischennutzung?”
Iver Ohm und Theresa Schütz, Hidden Institute

Anhand des Fallbeispiels der Zwischennutzung einer städtischen Immobilie, dem Creative Cluster Margareten, fragen wir nach der Verbindung von Zwischennutzungen und dem Raumbedarf für Kunst und Kultur in Wien.

Im anschließenden Workshop geht es in einem offenen Mapping darum, eigene Raumbedürfnisse einzuschreiben, Akteure zu ergänzen, die eigene Lage zu reflektieren sowie sich in fremde Rollen hineinzuversetzen – auch, um gezielter Argumente in der Verhandlung um Raum vorbringen zu können.

16:00 - 17:30 Workshop Leerstand - was geht?
Limitierte Teilnehmer*innenzahl: 20/25

Bestandsaufnahme und Perspektiven des Raumbedarfs sowie die Problemlage der Zwischennutzung in Wien. Mara Verlič (Arbeiterkammer Wien) und _willi Hejda (IG Club Kultur, Grund für _______)

Nach einem Input zum Spannungsfeld Immobilienmarkt, aktuellen Herausforderungen sowie der Bedeutung von Leerstand in Wien werden verschiedene Fragestellungen in Kleingruppen besprochen. Ziel ist es, gemeinsam aufzuzeigen mit welchen Hürden Raumsuchende konfrontiert sind, aber auch mögliche Lösungsszenarien zu artikulieren. Damit Raumpotenziale, Ideen und Konzepte aus Kunst und Kultur nicht am Raum scheitern.

17:45 - 19:15 Workshop - Towards a New Performance Space Model
Limitierte Teilnehmer*innenzahl: 20/25
Workshopsprache: englisch
With: Claudia Bosse and Yosi Wanunu / Wiener Perspektive Space Group (in engl. Sprache)

Historically, the experimental performance art scene always struck a balance between the institutions and the singular artistic work. While some artists chose to work within the walls of the presenting houses, others either created their own spaces or worked in a non-traditional space on a temporary basis.

Representing the WP Space group, Claudia Bosse and Yosi Wanunu will try to develop a model for new run-by-artists spaces together with the symposium participants. A model that also features the Artists' Common initiative, which aims to change the ecology of resources-sharing in the city.

17:45 - 19:15 Workshop Musicans creating spaces
Limitierte Teilnehmer*innenzahl: 20/25
Workshopsprache: englisch
With Anne La Berge (Splendor) und Christine Schörkhuber (Moderation)

Building up and defending a space collectively. Between accessibility and resilience. From Amsterdam to Vienna.

Splendor (Amsterdam) wurde 2010 von einer Gruppe unternehmungslustiger Musiker*innen, Komponist*innen und Künstler*innen geplant und realisiert. Dieses "Best Practice" soll Beispiel für die Diskussion über ein kollektiv organisiertes Haus in Wien sein. Ein Ort für nonkommerzielle Musik, der aktuelles, experimentelles Klang-Schaffen in all seiner Vielfalt meint. Basierend auf den Inputs von Anne La Berge, eine der Mitbegründerinnen und Betreiberinnen des Hauses, werden die praktischen und organisatorischen Grundlagen, Stolpersteine und Herausforderungen eines solchen Projektes diskutiert sowie ein Pool an Strategien und Lösungen für ein solches Vorhaben erörtert.

Ab 19:45 - Filmscreening “Under the Underground”
Regie: Angela Christlieb, 2019, 54 min, AT in Kooperation mit sixpackfilm

Chris Janka und sein Bruder Ali sind leidenschaftliche Tüftler, Künstler, Musikliebhaber, Tonfreaks und Elektronerds. Sie haben den leerstehenden Keller eines Fabrikgebäudes, das sie in den 1980er-Jahren bezogen haben, zu einem Ort gemacht, der einmalig ist (nicht nur in Wien): ein kreativer Mikrokosmos der lokalen Subkultur. Doch dem Keller droht nach dreißig Jahren das Aus, der neue Besitzer will den Mietvertrag nicht verlängern. Angela Christliebs Dokumentarfilm führt durch die selbstgebauten und improvisierten Räume des unterirdischen Laboratoriums im 7. Bezirk, Janka Industries genannt, in denen Voodoo Jürgens und Bands wie Petra und der Wolf oder Tankris inmitten eines skurrilen Elektroschrott-Sammelsuriums proben und performen. Ein Musikfilm und eine ultimative Undergroundhommage, die die Magie des Ortes filmisch einfängt. (Diagonale 2019, Katalogtext, ast)

www.sixpackfilm.com/de/catalogue/2521/

Anschließendes Gespräch mit Bianca Ludewig (Kulturanthropologin und Musikjournalistin) und Regisseurin Angela Christlieb.


Freitag 4. September

09:30 - 10:00 Ankunft

10:00 – 10:15 Begrüßung
durch Vertreter*innen der IGs, Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft), Johan F. Hartle (Rektor Akademie der bildenden Künste Wien)
Moderation: Christina Scherrer


10:15 – 10:30 “Corona-Stories”
von: Christoph Benkeser (skug | Musikkultur), Jelena Micić, Eva-Maria Schaller (Choreografin/Performerin), Lisa Mai (dotdotdot, CineCollective), Sebastian Tomek (IG Clubkultur)


10:30 – 11:10 Was sind eigentlich Urban Commons?
Orte für Kunst und Kultur jenseits der Zwischennutzung - Erfahrungen aus Berlin - Vortrag von Dr. Martin Schwegmann Architekt und Stadtforscher; Experte für Stadtentwicklung, Aktivist, Autor und Moderator von kooperativen urbanen Prozessen. Seit April 2017 Atelierbeauftragter für Berlin im Kulturwerk des bbk berlin.

Kunst und Kultur brauchen Raum, bezahlbar vor allem und nicht zu peripher. Kunst und Kultur per se sind oftmals ökonomisch sehr prekär angelegt. Daher braucht es Konzepte, die es zunehmend ermöglichen, langfristige räumliche Perspektiven zu entwickeln um langfristig wirklich unabhängig zu sein - auch wirtschaftlich. In Berlin zeigt sich seit Jahren, dass die Ressource Raum, die ehemals in Berlin schier unendlich schien, sich nicht beliebig vervielfältigen lässt - sie ist endlich. Aus diesem Grund bedarf es in den europäischen Metropolen langfristiger sozio-ökonomischen Strategien, um langfristig leistbaren, selbstbestimmten Raum für künstlerische und kulturelle Arbeit zu fördern und diese damit zu sichern. Dies kann nur anhand einer gemeinwohl-orientierten und kooperativen Stadtentwicklung geschehen. Beispielhaft wird dies u.a. anhand des Hauses der Statistik, des Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) erläutert.

Teil 1: “Platz da! Offene und diverse Räume in der Stadt”


11:15 - 11:35 Presentation of l'Asilo (Naples)

Commons and Cultural/Creative work: rebalancing the biotope by Angela Dionisia Severino and Christoph Pennig
In englischer Sprache

L’Asilo is an example of an open and interdependent cultural space, self-managed by an open community for social aims. In this presentation l‘Asilo will be introduced as “a process”. L’Asilo is very dynamic in the Civil Domain and enjoys international recognition as an interdependent production center for the arts and culture, with an increasing professionalization. The experts will share their experiences of decision making, about daily routines and how l’Asilo is implemented in the cultural landscape of Naples.

11:35 - 11:55 Elke Rauth (dérive – Zeitschrift für Stadtforschung) in conversation with Angela Dionisia Severino and Christoph Pennig (l’Asilo, Naples) about self-organised spaces for arts and culture as common goods in the city of Naples.
In englischer Sprache


12:00 – 12:30 “Räume werden gemacht!”

Input 1 (5min): Jannik Franzen (IGBK) zu Ateliersituation in Wien und Input 2 (5min): Zuzana Ernst (IGKW) zu Standortförderung für Kulturinitiativen in Wien

Wie steht es um den Zugang bildender Künstler_innen zu Ateliers und Arbeitsräumen? Welche Räume sind verfügbar, und entsprechen sie den Anforderungen bildender Künstler_innen? Welche strukturellen Probleme müssen beim Zugang zu Ateliers gelöst werden?

Seit 2019 arbeitet die IG Bildende Kunst verstärkt daran, den Bedarf an Ateliers und Infrastruktur zu erheben, und hat bildende Künstler_innen dazu online befragt. Was braucht es, damit selbstorganisierte und soziokulturelle Räume in Wien entstehen und überleben können? Welche Räume entsprechen den Arbeitsbedingungen von Kulturarbeiter*innen heute und morgen? Wie können Kunstpraktiken etabliert werden können, die breite Perspektiven ermöglichen und damit der sozialen Pluralität der Gesellschaft gerecht werden?

Seit 2008 beschäftigt sich die IG Kultur Wien verstärkt mit städtischem Freiraum, dem Raumbedarf und der Raumproduktion von Kulturvereinen und - initiativen der freien und autonomen Szene. Die bereits 2010 in Auftrag gegebene, mehrteilige Studie „Perspektive Leerstand“ befasste sich mit Raumnutzungskonzepten in Verbindung mit nachhaltiger Stadtentwicklung - auch als zukünftige Perspektive für Wien.

Anschließende Diskussion zum Thema Rahmenbedingungen des Raumbetreibens, mit: Türkis Rosa Lila Villa (Wien) und Schaumbad - Freies Atelierhaus Graz; Moderation: Theresa Schütz

Schaumbad - Freies Atelierhaus Graz
schaumbad.mur.at
Das Schaumbad - Freies Atelierhaus Graz wurde 2008 in den ehemaligen Räumen eines „Bäderparadieses“ (Großhandel für Badezimmer) installiert. In dieser Zeit konnte sich das Schaumbad mit diversen Veranstaltungen (Ausstellungen, Konzerten, Symposien, Theater) sowohl lokal, regional als auch international als Produktions- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst etablieren. 2013 hat das Schaumbad in einer ehemaligen Limonadenfabrik ca. 2.000 m2 Räume bezogen – mit unterschiedliche Nutzungsfunktionen. Gemeinsame Ausstellungen, internationale Projekte, ein Gastatelier sowie Austauschateliers mit anderen europäischen Initiativen sorgen für internationale Vernetzung.

Türkis Rosa Lila Villa
dievilla.at
Die Türkis Rosa Lila Villa ist das Community-Zentrum für Lesben, Schwule und Trans*Personen in Wien. 1982 aus der Hausbesetzer*innenbewegung entstanden, vereint sie heute ein Projekt für kollektives Wohnen, den türkis_rosa_lila_villa wohn*satellit, das Beratungs- und Informationszentrum Türkis Rosa Lila Tipp und das Community Café Villa Vida unter einem Dach.


Teil 2: “Filmstudios in Wien – eine Utopie?”


13:15 – 13:45
Fabian Eder (Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden): ** Vortrag ** zu „Filmstudios in Wien – eine Utopie?“


13:45 – 14:30
Anschließende Diskussion mit: Enid Löser, Florian Reichmann (Verband der österreichischen FilmausstatterInnen), Gerlinde Seitner (Filmfonds Wien), Marijana Stoisits (Vienna Film Commission); Moderation: Maria Anna Kollmann


Teil 3: “What matters”. What are the demands for work spaces for the free dance-, theatre-, performance- and music scene?


(parallel intervention)
Visualisations by Johannes Maas
The artist is visualising the inputs by the speakers and parallelly building on his table and laptop different “places/structures/houses”. The intervention will be projected.

14:45 – 15:05 Kristof Blom presents CAMPO (Ghent)
in englischer Sprache

The Viennese dance-, theatre- and performance scene has immensely evolved and internationalised over the past decades. Yet spaces and infrastructures are scarce, professional work and the - important - exchange between artists as well as the encounter of artists with interested people in the frame of artistic processes proves to be challenging. In Vienna, professionally equipped spaces are not easily accessible or sufficiently available.

Using the production house Campo in Ghent/BE as an example, we explore important questions about contemporary art making and give an outline to a place that meets the present-day requirements of performing artists and their work processes.

CAMPO is a Ghent (Belgium) based arts centre with a diverse programme, ranging from theatre, dance and performance to festivals, neighbourhood kitchens and debates. They create performances which tour internationally, and support artists throughout their artistic process.
CAMPO could be seen as a toolbox for artists, a house that covers the whole spectrum of performing arts: research & development, production, touring & presentation.

The IG Freie Theaterarbeit (literal translation: Interest Group of Free Theatre Work) was founded in 1988 and advocates for a better framework for freelance performing artists. Offering a wide range of services and counsel, artists are being supported in their professional work off stage.


15:05 – 15:40 “Expert*innen fragen”
Yosi Wanunu (Regisseur), Steffi Jöris (Performerin), Alberto Franceschini (Performer/Choreograf und Mitarbeiter „Arbeitsplatz“, Esther Holland-Merthen (Künstlerische Leitung WUK performing arts) ** im Gespräch ** mit Kristof Blom CAMPO (Ghent)


15:40 – 16:00
Charlotta Ruth und Ulrike Kuner (IG Freie Theaterarbeit) - Ergebnisse der Online-Befragung zum Thema ‘Räume/Infrastrukturen’


16:00 – 16:10 Film: Paul Wenninger / trespass

Trespass“ bedeutet im Englischen „Übertretung“, aber auch „unbefugtes Eindringen“ bzw. im juridischen Jargon „Hausfriedensbruch“. Paul Wenningers zehnminütige Real-Animation trespass spielt mit all diesen Bedeutungen – in einer technisch beeindruckenden, abwechslungsreichen und pointierten Tour de force. Durchgängiges Element ist eine Art Avatar des Regisseurs, eine aus Realbildern animierte Figur, welche der Film gleichsam auf Weltreise in den eigenen vier Wänden schickt. Ein wilder Überschreitungsprozess kann beginnen.


16:30 - 17:05 “Needs & Know-how: Raus aus der Resteverwertung”

Impulsreferat von Sara Zlanabitnig und Arnold Haberl (mitderstadtreden)

Das vielfältige Musikleben in Wien gerät zunehmend unter hohen ökonomischen Druck – Kreativität und Originalität werden unter der Maxime von Effizienz und Effektivität in die Enge getrieben. Welche Räume sind für eine lebendige freie Szene nötig und wie können wir sie schaffen und erhalten?

mitderstadtreden ist eine Initiative der Wiener freien Musikszene, die es sich seit 2017 zur Aufgabe macht, den Dialog mit der Stadtpolitik zu suchen um auf den dringenden Handlungsbedarf hinzuweisen. Vertreter*innen schildern anhand von aktuellen Beispielen die Problemlage.

Kurzpräsentation Musikspielstättenmonitor Wien – Stefan Niederwieser (Pilotprojekt Vienna Club Commission) (05min)

Das Projekt ist der Wiener Clubkultur gewidmet. Im Jahr 2020 werden die Bedürfnisse der diversen Stakeholder wie Club- und Barbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Stadtverwaltung, Politik und Anrainer*innen eruiert und darauf aufbauend eine Organisation entwickelt. Auf lokalem Wissen aufbauend werden Ideen, Konzepte und Lösungen mit Blick auf international erprobte Modelle umgesetzt.

Der Musikspielstättenmonitor ist eine interaktive Karte und eine Datenbank, die einen Überblick über Wiens Musikveranstaltungsstätten gibt und auch als Service für Veranstalter*innen, die nach Räumlichkeiten suchen, dienen soll.

17:05 – 17:45
Anne La Berge (Splendor, Amsterdam) im Gespräch mit Herbie Molin (ehem. Betreiber Rhiz Vienna, Liccht), Sara Zlanabitnig (Echoraum, Fraufeld) und Philipp Forthuber (Wien Modern) zum Thema Produzieren und Veranstalten von experimenteller Musik; Moderation: Christine Schörkhuber

Teil 4: “What Now? - Konkretes und Perspektiven

18:00 – 19:00  Was nehmen wir aus dem Symposium mit? Was sind nächste Schritte und Zukunftsperspektiven?

Eingeladenen Künstler*innen/Theoretiker*innen, die das Symposium begleitet haben (Botschafter*innen), berichten und beleuchten ihre Erfahrungen des Tages.

Botschafter*innen und Vertreter*innen der IGs im Gespräch mit Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft).

Mit Fariba Mosleh und Alisa Beck (für IG Kultur Wien), Jul Tirler (für IG Bildende Kunst), Inge Gappmaier und Ulrike Kuner (für IG Freie Theaterarbeit), Elisabeth Schimana (für mica – music austria / mitderstadtreden), Fabian Eder (für Dachverband Filmschaffende), Anita Zemlyak (Leitung Kulturabteilung der Stadt Wien).